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Clara Brauer
© Privatbesitz

Clara Brauer * 1877

Luisenweg 12 -16 (Hamburg-Mitte, Hamm)


HIER WOHNTE
CLARA BRAUER
JG. 1877
DEPORTIERT 1941
MINSK
???

Clara Brauer, geb. 4.10.1877, deportiert am 18.11.1941 nach Minsk

Clara Brauer, geboren am 4.10.1877 in Beuthen/Oberschlesien, brachte am 2.11.1916 ihren Sohn Horst als ledige Mutter zur Welt. Clara Brauer gehörte der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Hamburg an. Ihr Sohn Horst beschrieb sie im Dezember 2006 in einem Brief, den er aus Sao Paulo schickte: "Nach Abschluss der Schulbildung ging sie nach Wien zur Ausbildung als Schneiderin. Ungefähr 1910 ging sie nach Berlin, und 1914 zog sie nach Hamburg, wo ihr einziges Kind geboren wurde, nämlich Horst. Sie war Sozialdemokratin und arbeitete 1920/22 für Deutschland im Komitée der Abstimmung über ihre Heimat Oberschlesien. Sie sorgte für eine gute Schulbildung ihres Sohnes. Und in weiser Voraussicht ließ sie ihn auch Englisch lernen. Das weitere ist bekannt."

Es ergibt sich zum Teil aus dem, was Horst Brauer im Anschluss über sich selbst schreibt:

"… aufgezogen bis zum 6. Lebensjahr in der evangelischen Familie des Herrn Barkmann in Alt-Rahlstedt. Dann nahm mich meine Mutter zu sich nach Hamburg, wo ich in die Schule Pröbenweg eingeschult wurde. Wir wohnten damals am Pröbenweg/Ecke Louisenweg. Nach den Grundschuljahren ging ich in den Oberbau Burgstraße. Schulleiter war der Sozialdemokrat Brunkhorst. Sofort nach Abschluss kam ich in die kfm. Lehre der Firma Weill und Reineke bis 1938, als ich nach Brasilien auswanderte. Ich wurde von der Gestapo übersehen, da wir kürzlich nach der Oberstraße gegenüber der Synagoge umgezogen waren, als Untermieter. Der Sozius oben genannter Firma war Antinazi und brachte meine Mutter zum Abtransport nach Minsk. Sein Name war Hans Ludwig Reineke, geb. in Odessa am Schwarzen Meer."

Clara Brauer zog von der Oberstraße 113 im Juli 1939 in den Loogestieg 19. Dort erreichte sie der Befehl zur Deportation nach Minsk am 18. November 1941. Ihr Sohn Horst blieb Hans Ludwig Reineke bis auf den heutigen Tag dafür dankbar, dass er seine Mutter zum Sammelplatz begleitete; er schickte ihm nach dem Krieg Carepakete.


© Hildegard Thevs

Quellen: 1; 4; 5; StaH, 522-1, Jüdische Gemeinden, o. Sign. Mitgliederzählung der DGH 1928; 390 Wählerverzeichnis 1930; 391 Mitgliederliste 1935; BA Bln., Volkszählung 1939; AfW 021116.

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